IKT im Deutschunterricht

Die heutige Sitzung der FD Deutsch fand heute in Romanshorn statt. Dort wurden wir von Jürg Widrig, der sich neben seiner Tätigkeit als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Kantonsschule Romanshorn auch aktiv in der Schulung für „Informationstechnologien und Medien“ einsetzt, empfangen. Er hat uns in verschiedene Software-Programme, die für den Deutschunterricht sehr geeignet sind, eingeführt. Nach einer kurzen Präsentationsphase blieb auch immer Zeit für das eigene Testen, so dass man bereits eigene Erfahrungen im Umgang mit dieser Software sammeln konnte.  Für mich war diese Einführung eine Anwendung von IKT in meinem Fachbereich. Folgendes Programm wird in Romanshorn vermehrt benutzt:

Texte, Themen und Strukturen interaktiv, Cornelsen Verlag

In diesem Paket kann man ein Lehrbuch für die Schüler, ein Lehrerhandbuch und die entsprechende Software erwerben. Inhaltlich werden folgende Bereich abgedeckt:

  1. Methodentraining
  2. Sprache + Geschichte/Rhetorik
  3. Literatur + Gattungen
  4. Literatur + Epochen
  5. Sprache und Kommunikation/Medien

Anhand dieser Themen kann man sich Grundwissen erarbeiten oder wiederholen. Der Mehrwert des Softwareprogramms im Vergleich zum konventionellen Schulbuch liegt auf jeden Fall in der Multimedialität. Es werden nicht nur Informationen angeboten, sondern auch Beispiele gegeben oder es können Theaterinszenierungen miteinander verglichen und ausgewertet werden. Dieses alles lässt individuelles, selbstgesteuertes Lernen zu, da die Lernenden ihr eigenes Tempo entwickeln und ihren Bedürfnissen entsprechend arbeiten können.

Weitere elektronische Medien

Natürlich gibt es auch reine Rechtschreibeprogramme, z.B. „Rechtschreib- und Grammatik-FIT, Veritas“ und solche, die sich verstärkt mit Medien und Berichterstattung, z.B. „Krieg in den Medien“ einsetzen. Es besteht also auch eine beachtliche Bandbreite betreffend Art der Übungen. Von reinen Drillübungen bis hin zum Auswerten und Vergleichen lässt sich alles finden. Dabei muss allerdings betont werden, dass diese Medien den klassischen Deutschunterricht nicht ersetzen, sondern bereichern. Interpretationsarbeit können diese Programme nämlich nur schwer leisten.

 Zukunft der Schule

In seinem Artikel „Computer, Internet und Schulen in 20 Jahren“ stellt Prof. Dr. Werner Hartmann einige Thesen über die Schule der Zukunft zusammen, von denen einige möglicherweise in 20 Jahren belächelt werden, andere wiederum werden sich bewahrheitet haben.

Nur einige Thesen seien hier aufgeführt:

In wenigen Jahren ist das Internet die Festplatte.

In zehn Jahren spricht niemand mehr von den heutigen [zentralistisch ausgerichteten] Lernplattformen.

Notebooks in Schulen sind in fünf bis zehn Jahren Alltag.

In wenigen Jahren ist die Wikipedia allgemein akzeptiert.

Gedruckte Lehrmittel sind zu teuer und werden durch elektronische abgelöst.

Es geht alles viel schneller, als man denkt. Aber vieles bleibt auch beim Alten.

 Lassen wir uns überraschen!!

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Aufmerksamkeitsstörung ADE

Ich habe mich bereits einmal zu dem Blogeintrag „Burnout und andere Begleiterscheinungen der neuen Kommunikation“ geäussert und habe nun einen interessanten Zeitungsartikel gefunden, der zu diesem Thema eine Ergänzung bietet. Obwohl ich die Vorteile unserer neuen Medienlandschaft klar sehe und auch nicht mehr ohne Internet sein möchte, bin ich dennoch mit einer gewissen Skepsis behaftet und dadurch fast prädestiniert, mich mit den negativen Folgen dieser Medien zu beschäftigen.

Neue Aufmerksamkeitsstörung: ADE

In dem erwähnten Zeitungsartikel spricht der Psychiater Dr. Edward Hallowell von einer neuen Aufmerksamkeitsstörung, ADE (Aufmerksamkeitseigenschaft), das mit dem modernen Leben am Arbeitsplatz zusammenhängt.

 Während die Störung ADS ja in der Pädagogik seit längerem in aller Munde ist und unabhängig von den äusseren Lebensumständen ist, verschwindet ADE, sobald die Betroffenen in den Ferien sind. Laut Hallowell werden die geistigen Kräfte an unserem modernen Arbeitsplatz  durch Computer, Telefon und High Tech Geräte geschwächt. Diese Überbelastung des Hirns, die im Gegensatz zur manuellen Überbelastung neu ist, äussert sich dann in Zerstreutheit oder Oberflächlichkeit bei der Beantwortung von Fragen. Diese Symptome kenne ich von mir her aus Stresssituationen, z.B. jetzt gegen Ende des Semesters, wenn alle Leistungsnachweise fertig gestellt werden müssen. Wenn natürlich diese Stresssymptome nicht mehr auf bestimmte Zeiten beschränkt sind, kann das gesundheitliche Folgen haben. Hollwell fügt hinzu, dass ADE durch Angst gefördert wird. Der für uns rettende Stoss von Adrenalin und Cortisol in lebensbedrohlichen Situationen darf aber nicht Teil unserer täglichen Routine werden. Die neuen Technologien erfüllen dann nicht mehr den Zweck der Arbeitserleichterung, sondern machen uns „dümmer“.

Gegenmittel

Hollwell mahnt zu einem vorsichtigen Umgang mit den neuen Technologien. Wichtig ist es, sich immer Zeit zum Nachdenken zu nehmen und zur Ruhe kommen. Auch Evaluation und Kreativität muss bewusst gefördert werden. Die Ironie dabei ist natürlich, dass wir Letzteres natürlich mit den Tools aus Web 2.0 erreichen wollen. Es geht also noch vielmehr um den bewussten Umgang mit den neuen Technologien, anstatt um Schwarz-Weiss-Malerei. Übrigens sind gemäss Hollwell auch unsere Kinder, die mit diesen Technologien aufwachsen, nicht gefeit vor ADE. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir ihnen einen guten Umgang mit diesen vermitteln.

Wer einmal noch in einen Vortrag von Dr. Hallowell „hineinhören“ möchte, kann das über dieses Video tun:

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Netzgesellschaft

Im neunten Kapitel seines Buches Multimedia weist Frank Hartmann bereits darauf hin, dass der Einfluss von Computern und Telekommunikation auf unsere Gesellschaft immens ist. Das WWW hat eine Netzkultur erzeugt mit grossen Auswirkungen auf die Kommunikation der Gesellschaft. Um diese Entwicklung überhaupt in Gang zu bringen, musste der politische Wille vorhanden sein, die Grundlageninfrastruktur auszubauen. Damit verbunden sind die wachsende Informatisierung der Gesellschaft und die Verschmelzung von Telekommunikation und Datenverarbeitung zur Telematik.

Globalisierung

Die Globalisierung wurde durch zwei Faktoren in die Wege geleitet: 

  1.  Öffnung des Weltmarktes für uneingeschränkte Kapitalbewegungen 
  2.  Die Vernetzung der weltweiten Ökonomie durch Anwendung der Telematik bei fehlenden überstaatlichen Regulationsmechanismen.

Für die meisten von uns ist die geschilderte Entwicklung selbstverständlich und Globalisierung ist aus unserem  Denken nicht mehr zu entfernen. Was mich dabei irgendwie unangenehm berührt, ist die Tatsache, dass Umwälzungen gemäss Frank Hartmann durch Politiker in Gang gesetzt wurden. Ich fühle mich dabei hilflos den Entscheidungen von Menschen ausgesetzt, die bekanntlicherweise nicht perfekt sind und auch oft einer gewissen Weitsicht entbehren.

Einsatz von Moodle

Das Rad ist natürlich nicht mehr zurückzudrehen und wahrscheinlich wollen das auch nur die Wenigsten. Vielfältig sind natürlich auch die Möglichkeiten, die uns das Web 2.0 bietet und auf die ich bereits in meinem Blogeintrag vom 30.03.2010. In einem Podcast der ETH Zürich bin ich noch auf ein Interview gestossen, in der die Kursleiterin für Projektmanagerkurse die Vorteile der Moodle Lernplattform für die Durchführung ihrer Kurse beschreibt. Die Gründe für das Einführen von Moodle waren vor allem, die Erhöhung der Interaktivität unter den Teilnehmenden, die Anwendung neuer Medien und eine effektivere Verwaltung der Materialflut. Diese Ziele haben sich bei der Umsetzung dann auch bestätigt und werden nun als Vorteile dieser neuen Lernform benannt.

  • Zudem kann als überraschender Nebeneffekt festgehalten werden, dass die Resultate der Zwischenarbeiten erheblich besser geworden sind. Während früher oft kurz vor Kursbeginn hastig einige Notizen gemacht wurden, überlegen sich die Teilnehmer jetzt sehr gut, was sie auf Moodle laden und den anderen Teilnehmenden zur Verfügung stellen.
  • Auch kann man sagen, dass die Umstellung auf diese Lernplattform keinerlei negative Reaktionen hervorgerufen hat, so dass diese als ein Erfolg bezeichnet werden kann.

Wer sich das ganze Interview anhören möchte, kann das mit dem unten stehenden Podcast tun.

Podcast_Moodle_ETH

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Beispiel einer handlungsorientierten Methode im E-learning: Fallstudie

In meinem Blogeintrag vom 04. Mai 2010 habe ich mich intensiver mit den verschiedenen Methoden im E-learning beschäftigt. Heute möchte ich näher auf ein Beispiel für eine handlungsorientierte Methode eingehen, nämlich die Fallstudie. Dieses eignet sich besonders gut, da wir im BP-Modul eine solche bearbeitet haben.

 Fallstudie

In einer Fallstudie wird eine aktuelle, aus dem Leben gegriffene Fragestellung anhand eines Fallbeispiels von den Lernenden bearbeitet. Diese setzen sich mit dieser Fragestellung auseinander und sind auch aufgefordert, Tatsachen kritisch zu hinterfragen. Bei der Bearbeitung dieser Fallstudien werden verschiedene Kompetenzen gefordert und gefördert: Neben Recherche- und Dokumentationsfähigkeiten müssen die Teilnehmer in der Zusammenarbeit als Gruppe auch Sozialkompetenzen einüben bzw. unter Beweis stellen. Ausserdem müssen sie kritische Fragen stellen, evaluieren und natürlich selbständig arbeiten können.

Vorgehen

Der Ablauf bei der Bearbeitung einer Fallstudie im E-learning verläuft normalerweise in drei Schritten (siehe auch Maja Graf, e-moderation, S. 82):

  1. Die Fragestellung wird in einer Präsenzveranstaltung erklärt und an die Teilnehmer weitergegeben.
  2. Auf der Lernplattform werden den Lernenden Materialien zur Verfügung bestellt, die dann entweder im direkten Kontakt oder in virtuellen Gruppen mittels Lernplattform bearbeitet werden. Die Kursleiter können nach einer ersten Bearbeitungsphase bereits ein Feedback abgeben. Die fertigen Ergebnisse werden auf der Plattform abgelegt.
  3. In einer Präsenzveranstaltung werden die Resultate der Arbeit den anderen Gruppen vorgestellt.

 

Fallstudie im BP-Modul

In unserer Fallstudie haben wir uns mit den Bedingungen zur Gründung eines Lehrbetriebes und den Rahmenbedingungen für einen Berufslernenden im Betrieb auseinandergesetzt.

Poster: Lehrbetrieb werden

 

 Dafür wurden jeweils einer Zweiergruppe ein Beruf oder einer Branche zugeteilt, die diese Fragen anhand eines konkreten Beispiels beantwortet haben. Meine Partnerin und ich haben die kaufmännische Verwaltungslehre näher untersucht. Dazu gehörten sowohl die Recherche im Lehrbetrieb als auch im Internet. Auch die Gruppenarbeit wurde sowohl in direktem Kontakt als auch durch e-mail durchgeführt. Allerdings mussten wir im Gegensatz zur „reinen“ E-learning Methode unsere Ergebnisse nicht auf einer Plattform ablegen, sondern direkt in der Präsenzveranstaltung mittels Posterpräsentation vorstellen.

Schreinerlehre

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Der Computer als Medium der Integration

Bisher hatte ich mir noch nie besonders viele Gedanken über die verschiedenen Entwicklungsstufen vom Buch bis hin zum Computer gemacht. Irgendwann einmal ist das Computerzeitalter angebrochen und ich habe mich damit arrangiert. Aber die Entwicklungen, die im Vorfeld stattgefunden haben, waren mir viel zu wenig bewusst. Deshalb war das Kapitel „Dokumentation und Datenverarbeitung“ in Frank Hartmanns Buch „Multimedia“ sehr aufschlussreich.

Universalbibliothek des Wissens

Bereits um 1900 plante der belgische Industrielle Paul Outlet eine Universalbibliothek als Weltzentrum des Wissens, die dann in Brüssel als Palais Mondial bekannt wurde. Otlets Ordnungssystem war deshalb so innovativ, da ein Dokument nach mehreren Kriterien gespeichert und somit mehrere Karten dafür angelegt wurden. Das wesentliche Medium im Umgang mit Druckwerken war die Mikrofotografie. Sie hat es ermöglicht, dass ganze Bibliotheken gespeichert und Kulturgut gesichert werden konnte. Von Hypermedia spricht man, wenn die Verknüpfung von Elementen unterschiedlicher Dokumente möglich wird, wobei die Verweisstruktur auch multimedialer Art sein kann.

Im Jahr 1927 wurde von Emanuel Goldberg die „statistische Maschine“ zum Patent angemeldet. Diese bearbeitete Dokumente ähnlich, wie es heute auf dem Desktop geschieht. Denn die Dokumente wurden auf Mikrofilm gespeichert und aufgrund von Metadaten durchsucht.  Als Vorläufer künstlicher Intelligenz und der Informationsvernetzung gilt aber dann der Apparat Memex (Memory Extender), der von dem Amerikaner Vannevar Bush 1945 entwickelt wurde. Dokumente wurden auf Mikrofilm archiviert und untereinander vernetzt, so dass nutzerabhängig darüber verfügt werden konnte.

Hyptertext

Dieses wurde dann von Theodor Nelson im Jahr 1965 ins Computerzeitalter übersetzt. Er hat mit seinem Hypertext ein multimediales Narrativ konzipiert, das den Umgang mit Informationen in einer nicht hierarischen Struktur ermöglicht.

Hypertext

Interessant finde ich auch, dass das Wort Computer im Englischen früher für weibliche Angestellte, die an Addiermaschinen arbeiteten, benutzt wurde. Ausserdem trugen bereits Rechenexperten, die im Bereich Astronomie arbeiteten, seit dem 17. Jahrhundert diesen Namen.

Nachdenklich stimmt mich das Zitat von Paul Ceruzzi:

Es reichte nicht aus, den Computer zu erfinden. Man musste auch die Welt erfinden, in der die Menschen die Computer wollten.

Wie man an den oben genannten Ausführungen sieht, haben Menschen schon immer versucht, das Wissen zu klassifizieren, es zu öffnen (open source) und nach unterschiedlichen Kriterien darauf zurückzugreifen. Deshalb denke ich, dass die technischen Entwicklungen einem Bedürfnis entsprechen. Kann man überhaupt so argumentieren und sich fragen: Was wäre, wenn IBM sich nicht entschlossen hätte, Grossrechner zu bauen und diese zu vermarkten? Ist unsere heutige Multimedialität künstlich hervorgebracht? Was meint ihr dazu?

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Methoden im E-learning

Es war für mich sehr interessant, mich mit dem Kapitel „Methoden im E-learning“ aus eModeration von Maja Graf  Genau wie im Präsenzunterricht kann man auch im E-learning verschiedene Sozialformen einsetzen. Die Einzelarbeit eignet sich sehr gut zum Durcharbeiten von Lektüre und der Einübung von Fertigkeiten. Die Gruppenarbeit ermöglicht dann ein intensiveres und vertieftes Lernen. Die Gruppenmitglieder profitieren vom Wissen und der unterschiedlichen Perspektive der Mitglieder.

Voraussetzungen

Ein gutes Mittel im E-learning sind die Lernplattformen. Um diese effektiv zu nutzen, müssen die Gruppenteilnehmer geografisch getrennt sein und es sollte ein Atmosphäre der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens herrschen. Ausserdem ist es sehr wichtig, die Gruppenarbeit in einem vorgängigen Präsenzworkshop gut zu planen und zu organisieren. Auch Gruppenarbeit im E-learning kann zu Konflikten führen. Damit diese frühzeitig erkannt werden, sollte die Zusammenarbeit regelmässig reflektiert werden.

Beispiel: Foren

Der grundsätzliche Unterschied zwischen den Methoden von Präsenzveranstaltungen zu denen im E-learning besteht im Ersetzen des direkten Kontakts. Ausserdem ermöglicht das E-learning eine asynchrone Arbeitsweise. Dadurch wird der Arbeitsprozess verlängert, was zur Vertiefung der Ergebnisse führen kann. Ein gutes Beispiel dafür sind die Foren, die ich nun aus der FD Englisch, BP und IKT kenne. Indem man sich mit Texten, einem Vortrag oder einer Umfrage auseinandersetzt und dazu Hintergrundinformationen sammelt, befasst man sich in einem ersten Schritte mit dem Thema. In einem zweiten Schritt werden Kommentare zu den Beiträgen anderer Studierender geschrieben. Durch diese zeitliche Verzögerung werden die Kenntnisse vertieft, da man sich zeitversetzt nochmals mit der Thematik auseinandersetzt. Ausserdem wird der Wissenshorizont erweitert, da die anderen Teilnehmer das Thema aus einer anderen Perspektive bearbeitet haben und möglicherweise andere Schwerpunkte gesetzt haben. Ich habe den Austausch in den Foren immer sehr geschätzt und denke, dass die Ergebnisse, wenn die Aufgaben ad hoc im Präsenzunterricht bearbeitet worden wären, weniger vertieft und vielschichtig gewesen wären.

Inhalt vs. Handeln

Bei den Methoden unterscheidet man zwischen inhaltsorientierten und handlungsorientierten. Vorlesungen, Lehrvortrag oder das Bearbeiten von Texten zählen zu den erstgenannten. Bei handlungsorientierten Methoden geht es um das Herstellen eines Produkts, z. B. die Entwicklung eines Konzepts. Auch Diskussionen, Meinungsforen oder Lehrgespräche gehören dazu. Fallstudien oder ein Webquest sind u.a  handlungsorientierte Methoden im E-learning.

Oben stehende Grafik zur Halbwertszeit des Wissens (aus:Schüppel, Jürgen:Wissensmanagment.Organisatorisches Lernen im Spannungsfeld von Wissens- und Lernbarrieren 1996,S.238) zeigt zudem auf, dass  auf dem Gebiet des E-learning eine ständige Weiterbildung nötig ist. Das Wissen ist auf diesem Gebiet aufgrund des rasanten technischen Fortschritts besonders kurzlebig.

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Bilder – Visuelle Kommunikation

In meinem Blog über akustische Kommunikation bin ich bereits auf die Welt der Töne eingegangen. Nun bietet es sich an, über Bilder als visuelle Kommunikation nachzudenken. Ausserdem möchte ich kurz auf den Einsatz von Bildmaterial im Unterricht eingehen, was sich besonders nach meiner ersten Hospitationswoche im Praktikum anbietet.

Frank Hartmann beschreibt in seinem Buch Multimedia Bilder als Interpretation von Wirklichkeit. Das leuchtet natürlich ein, weil das Erschaffen von Bildern immer eng mit dem Schöpfer zusammenhängt, der die Wirklichkeit in seinen Bildern so wiedergibt, wie er sie sieht. Die Erfindung der Foto- und Filmkamera brachte eine neue Komponente in die Medienwelt, denn auf einmal wurden Dinge für bestimmte Aufnahmen künstlich präpariert. Die Fotografie modellierte ganze Wissensbereiche neu und schuf Ordnungen der Sichtbarkeit in Wissenschaft, Technik und Kunst. Dieses führte zu einer Vereinheitlichung der westlichen Wahrnehmungskultur.

Interessant ist es auch, dass die Aufhebung der monomedialen Medienkultur durch den Film einhergeht mit einer von Autoren erlebten Sprachkrise Anfang des 20. Jahrhunderts, die nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchte. Es scheint so, als wenn sich Bedürfnisse in der Gesellschaft und technische Erneuerungen gegenseitig bedingen.

Durch die Verbreitung der Fotografie in der Medienwelt lässt sich eine Verlagerung ins Visuelle beobachten, deren Entwicklung bis heute ungebremst ist. Man machte bereits sehr früh von der Macht der Bilder Gebrauch, sei es in Werbebotschaften, Propaganda und in der Unterhaltungsindustrie.

Informmationsdesign – Visualisierung

Informationsdesign wird von Hartmann definiert als die Visualisierung bestimmter Daten oder Statistiken zur Erleichterung der menschlichen Wahrnehmung. Piktogramme und Diagramme sind moderne Formen der Datenvisualisierung. Aus den Piktogrammen wurde dann das Isotype-System, eine internationale Bildersprache, von Otto Neurath entwickelt. Viele der entwickelten Bildzeichen (Notausgang, Feuerslöscher etc.) sind allgemein üblich und werden auch international verstanden. Natürlich können Bildzeichen und Icons nicht ganz von der jeweiligen Kultur losgelöst werden. Aber je globaler die Kommunikation ist, desto wichtiger sind Icons, die auch global verstanden werden. Dies lässt sich bei den heutigen digitalen Medien, allen voran beim Computer, beobachten.

In unserer multimedialen Kultur nimmt der Einsatz von Bildern immer mehr an Bedeutung zu und das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten des Vertriebs an. Immer mehr Informationen werden bildlich vermittelt, so dass Bilder nicht nur Aussagen bekräftigen, sondern selber Aussage sind.

Einsatz von Bildern im Unterricht

Nach einer Woche Hospitation an der Kantonsschule Frauenfeld stelle ich fest, dass Bilder und Kurzfilme praktisch Teil einer jeden Unterrichtslektion sind. Bild- und Filmmaterial bietet sich an für einen Einstieg, zur Aktivierung des Vorwissens und zur Veranschaulichung. Besonders gut gefallen hat mir der Einstieg in die Unterrichtseinheit der Lektüre „Cry Freedom“ von John Briley. Die Kombination aus Dokumentarfilm, Buchverfilmung und Buchcover war genial. Der Mensch ist ein Wesen, das sich durch visuelle Veranschaulichung reizen lässt. Obwohl ich kritisch bin, wenn ausschliesslich Bildmaterial kombiniert wird, finde ich das Zusammenspiel dieser Multimedialität sehr wertvoll.

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